Herbsthimbeeren werden am einfachsten im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr bodennah zurückgeschnitten. Für eine Herbsternte werden alle Ruten aus dem Vorjahr entfernt. Die Pflanze bildet anschließend neue Triebe, die noch im selben Jahr Früchte tragen.
Eine zweite Ernte ist möglich, wenn ein Teil der Ruten stehen bleibt. Das verlängert die Erntezeit, erhöht aber den Pflegeaufwand und kann die spätere Herbsternte schwächen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Schneiden?
Der günstigste Zeitpunkt liegt am Ende des Winters vor dem Austrieb, in vielen Regionen also im Februar oder März. Entscheidend ist weniger das Datum als der Entwicklungszustand der Pflanzen.
Ein Rückschnitt direkt nach der Herbsternte ist ebenfalls möglich. Das Stehenlassen der Ruten über den Winter hat jedoch den Vorteil, dass der komplette Bestand erst kurz vor Beginn der neuen Vegetationsperiode geräumt werden muss.
Wie werden Herbsthimbeeren zurückgeschnitten?
Für eine einzige, konzentrierte Ernte im Spätsommer und Herbst werden alle alten Ruten dicht über dem Boden abgeschnitten. Lange Stummel sind nicht notwendig.
- Alle vorjährigen Ruten bodennah entfernen.
- Schwache, beschädigte und kranke Ruten vollständig aus dem Bestand nehmen.
- Das Schnittgut aus der Reihe entfernen.
- Im Frühjahr nur kräftige neue Ruten weiterwachsen lassen.
Der vollständige Rückschnitt vereinfacht nicht nur die Bestandesführung. Er entfernt auch altes Rutenmaterial, auf dem Erreger von Rutenkrankheiten überdauern können.
Wie viele neue Ruten sollten stehen bleiben?
Ein dichter Bestand bringt nicht automatisch mehr Ertrag. Als praxisnaher Richtwert können etwa 10–15 kräftige Ruten je laufendem Meter stehen bleiben. Die Himbeerreihe sollte ungefähr 50–60 cm breit gehalten werden.
Überzählige, sehr dünne oder eng stehende Triebe werden entfernt. Dadurch gelangen mehr Licht und Luft in den Bestand, und Ernte sowie Pflege werden einfacher.
Kann man Herbsthimbeeren zweimal ernten?
Ja. Der obere Teil einer Rute trägt im ersten Jahr im Spätsommer oder Herbst. Bleibt der gesunde untere Teil über Winter stehen, kann er im folgenden Frühsommer noch einmal Seitentriebe mit Früchten bilden.
Dafür wird im Spätwinter nur der bereits abgeerntete obere Bereich entfernt. Bei kräftigen Pflanzen kann man beispielsweise ein bis zwei gut entwickelte Ruten stehen lassen und den restlichen Bestand wie üblich bodennah zurückschneiden.
Nach der Sommerernte werden diese zweijährigen Ruten vollständig entfernt. Gleichzeitig wachsen neue Ruten heran, die später im selben Jahr die Herbsternte tragen.
Eine Herbsternte: alle Ruten bodennah schneiden. Zwei Ernten: bei wenigen kräftigen Ruten nur den bereits abgeernteten oberen Teil entfernen.
Zwei Ernten sind allerdings kein kostenloser Mehrertrag. Die verbliebenen alten Ruten konkurrieren mit den neuen Trieben um Licht, Wasser und Nährstoffe. Dadurch kann die spätere Herbsternte kleiner oder kürzer ausfallen.
Sommer- und Herbsthimbeeren werden unterschiedlich geschnitten
| Himbeertyp | Fruchtbildung | Schnitt |
|---|---|---|
| Herbsthimbeere | vor allem an den im selben Jahr gewachsenen Ruten | im Spätwinter alle Ruten bodennah schneiden |
| Sommerhimbeere | an Ruten aus dem Vorjahr | abgetragene Ruten nach der Ernte entfernen, junge Ruten stehen lassen |
Wer eine Sommerhimbeere im Frühjahr komplett bis zum Boden zurückschneidet, entfernt damit die Ruten für die kommende Ernte. Bei unbekannten Sorten sollte deshalb zuerst beobachtet werden, ob die Früchte an diesjährigen oder überwinterten Ruten entstehen.